Cevennen

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Cévennes oder Cevennen

Unsere Mas Blanc liegt zwischen diese wunderschöne Gegend und die Provence.
Die Cevennen (französisch Cévennes) sind der südöstlichste Teil des französischen Zentralmassivs. Karstgebirge mit engen, steilen Schluchten und Hochebenen prägt die Landschaft. Montane und mediterrane Flora und Fauna gehen ineinander über.

Mont Aigoual und Lozère

Die Cevennen liegen, grob betrachtet. Im nördlichen Teil (Département Lozère) ist das Klima vorwiegend atlantisch und feucht-kühl, südlich ( wo unsere Mas Blanc liegt) des Mont Aigoual (Départements Gard )  herrscht dagegen trocken-warmes Mittelmeer-Klima vor.
Der Mont Aigoual
Vor rund 350 Millionen Jahren entstanden das Zentralmassiv und damit die Cevennen durch eine Anhebung des Meeresbodens. Zuoberst lagert auf dem Granitsockel eine zum Teil heute immer noch mehrere Hundert Meter mächtige Schicht von Kalkstein (Kalzit) und Dolomit, aus dem die Hochebenen (Causses) bestehen. Flüsse wie Tarn, Gardon und Vis haben durch diese Ablagerungen vom Meeresgrund tiefe Schluchten in die Causses gegraben.
Das Dorf l’Escoutet im Vis-Tal

Die ältesten bislang entdeckten Spuren menschlicher Besiedlung datieren um 40.000 v. Chr.

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Aus der Zeit zwischen 3500 und 2500 v. Chr. gibt es viele Baudenkmäler wie Steinkreise und Hünengräber. Der Geograph Strabon beschreibt die „cemmene“ (Cevennen) im 1. Jh. n. Chr. als 350 km langen Gebirgszug zwischen Pyrenäen und Lyon. Aus der nachfolgenden gallo-römischen Zeit gibt es zahlreiche Besiedlungsnachweise in Form von Münz- und Gräber-Funden.

Die Hugenotten in den Cevennen

In den Cevennen fand nach der Reformation der Protestantismus viele Anhänger. Viele ehemalige Waldenser schlossen sich der reformierten Kirche an. Unter Ludwig XIV. setzte eine intensive Verfolgung und Drangsalierung der Protestanten ein, mit dem Ziel, sie zwangsweise in die katholische Kirche zurückzuführen bis hin zum Edikt von Fontainebleau 1685, mit dem das Toleranzedikt von Nantes aufgehoben wurde. Trotzdem konnte der protestantische Glaube nie ganz ausgelöscht werden, da das gebirgige und unzugängliche Land den Protestanten viele Rückzugsmöglichkeiten bot.

Kastanien

Über Jahrhunderte ist die Kastanie der ‘Brotbaum’ der Cevennen. Vom 13. Jh. an ist die Pflanzung und Bewirtschaftung dieser Bäume belegt. Kastanienwälder bedecken in der ersten Hälfte des 19. Jh. im Département Lozère mehr als ein Drittel der Fläche, während Äcker und Weiden nur zehn Prozent ausmachen.

Seide

Zwei Wirtschaftszweige lösten in den Cevennen während der Neuzeit die Landwirtschaft als zentralen Wirtschaftszweig ab, und auch diese haben mittelalterliche Wurzeln: Bergbau und Herstellung von Seide. Die ersten Magnaneries (Manufakturen zur Seidenraupen-Zucht) sind für 1340 in Alès und 1360 in Saint-Jean-du-Gard belegt. Im 19. Jh. wurde in Le Vigan rund eine Million Kilogramm Seide pro Jahr erzeugt, in Alès 6,2 Millionen Kilogramm, zusammengerechnet ein Viertel der französischen Seiden-Produktion. 1845 brach jedoch eine Pilzkrankheit aus („La Pébrine“), die sich verheerend auf die Seidenraupenzucht auswirkte.

Alter Röstofen bei St. Laurent
Im 21. Jh. spielt extensive Landwirtschaft noch eine geringe Rolle: die Aufzucht von Rindern, Schweinen, Ziegen und vor allem Schafen (regionale Käsesorte Pelardon), Ackerbau und Obstanbau. Zum Haupt-Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus geworden. Vor allem der Cevennen-Nationalpark  Unsere Gästen besuchen fast alle dies wunderschönen  National park.

Im Juni 2011 hat die UNESCO  der Cevennen zwischen den Städten Ganges und Millau, Mende und Lodève zum Welterbe der Menschheit erklärt. Hinzu kommen rund 100 Quadratkilometer Pufferzone

Wegen der Überschneidung von mediterranen und montanen Landschaftstypen und der vielfältigen Struktur dieser Landschaften ist eine große Artenvielfalt anzutreffen. So kommen mehrere Dutzend Arten von Orchideen vor, und zugleich mit mediterranen Vogelarten wie Blauracke und Bienenfresser lassen sich montane Arten wie Alpensegler, Alpenkrähe, Steinadler und Gänsegeier beobachten.

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Der Autor Robert Louis Stevenson setzte der Gegend ein literarisches Denkmal mit seinem Werk Eine Reise mit dem Esel durch die Cevennen (Travels with a Donkey in the Cévennes, 1879).